Einsatzbericht vom 29 JUN 2019

Hilfeleistung (H1) - Personenrettung aus Stollensystem
Einsatzort: Oertelsbruch/ Schiefergrube 07349 Lehesten

Alarmierte Einheiten

Stützpunktfeuerwehr Wurzbach       Löschgruppe Schmiedebach       Freiwillige Feuerwehr Lehesten       Stützpunktfeuerwehr       Rettungsdienst      

Alarmierte Fahrzeuge/Technische Mittel

TLF 16/25 FF Lehesten
TLF 16/25 FF Lehesten
TLF 16/25 FF Lehesten
HLF 10/10 FF Lehesten
HLF 10/10 FF Lehesten
HLF 10/10 FF Lehesten
RW 1 FF Wurzbach
RW 1 FF Wurzbach
MTW FF Leutenberg
MTW FF Leutenberg
RTW
RTW
RTW
NEF
NEF
NEF
GW-Br Bergwacht Meuselbach
GW-Br Bergwacht Meuselbach
GW-Br Bergwacht Meuselbach
MZF FF Lehesten
MZF FF Lehesten


Einsatzbeschreibung

Aus Personensuche wird großangelegte Personenrettung

Um 20.39 alarmierte die Leitstelle Saalfeld die Feuerwehr Lehesten, den DRK Rettungsdienst Bad Lobenstein sowie die Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr Gera zu zwei vermeintlich vermissten Tauchern im Oertelsbruch. Bereits auf Anfahrt wurde aufgrund der unklaren Lage, die Feuerwehr Leutenberg mit dem Rettungsboot nachalarmiert.

Bei Ankunft des Einsatzleiters konnten keine Taucher ausfindig gemacht werden, so dass die Leitstelle Saalfeld beim Notrufabsetzenden nachfragte. Die Lage stellte sich anschließend wie folgt dar: vier Personen betraten das Höhlen- und Stollensystem des Oertelbruchs. Ein Kletterer stürzte im Schacht ab und zog sich Verletzungen am Bein zu und konnte nicht mehr selbstständig das Stollensystem verlassen. Es folgte eine umfangreiche Lageerkundung.

Sofort konnten die anfahrenden Kräfte der Wasserrettung den Einsatz abbrechen und es wurden Kräfte der Berg- und Höhlenrettung aus Thüringen und Bayern nachgefordert. Weiterhin folgte die Alarmierung der Feuerwehr Wurzbach mit dem Rüstwagen. Erste Kräfte der Feuerwehr Lehesten wurden in das Stollensystem abgeseilt um den genauen Standort ausfindig zu machen und die Zugänge zu erkunden.

Als erste Maßnahme wurde versucht, sich mit schweren Gerät der Firma Debus Schiefer vom Tagebau durch den zugeschütteten Eingang zu graben. Dies misslang aufgrund dessen, dass der Stollen eingestürzt war. So das eine Rettung nur noch durch einen Wetterschacht als einziger Weg übrig blieb.

Gleichzeitig gingen Kräfte der Höhlen- und Bergrettung in das Stollensystem vor, um weitere medizinische Maßnahmen am Patienten durchzuführen. Es wurde ein ausgeklügeltes Seilsystem aufgebaut um den Patienten und dessen Wegbegleiter patientengerecht und schonend zu retten. Hierfür mussten mehrere Windensysteme und Abseilsysteme im Stollen angebracht werden.

Gegen 05.00 Uhr am 30.06.2019 konnte der Patient an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Einsatzbereitschaft war gegen 07.00 Uhr wieder hergestellt.

Wir danken allen 63 Einsatzkräften für die gute Zusammenarbeit und ehrenamtlich aufgebrachte Zeit sowie den ortsansässigen Firmen für die Verpflegung der Einsatzkräfte.

An dieser Stelle möchten wir noch mit Nachdruck darauf hinweisen, dass es für das Stollensystem am Oertelsbruch keine ausreichende Kartographierung gibt und das Betreten wegen Lebensgefahr strengstens verboten ist. Durch den fortschreitenden Bergbau sind Stollen einsturzgefährdet und teilweise geflutet und nicht betretbar. Sie bringen nicht nur sich in Lebensgefahr, sondern auch die Rettungskräfte!!!

Mit im Einsatz:

Leitstelle Saalfeld
Integrierte Leitstelle Coburg
Feuerwehr Leutenberg
Feuerwehr Wurzbach
Tauchergruppe Berufsfeuerwehr Gera
DRK Rettungsdienst Bad Lobenstein
DRK Rettungsdienst Saalfeld/Kaulsdorf
BRK Rettungsdienst Kronach 
Landespolizeiinspektion Saalfeld
Bergwacht Meuselbach
Bergwacht Rennsteig
Bergwacht Schwarzenbach am Wald
Bergwacht Bayreuth
Bergwacht Bamberg
Bergwacht Lauf-Hersbruck


Presselink:  https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saalfeld-rudolstadt/wanderer-verirren-sich-im-stollen-oertelsbruch-100.html  https://www.br.de/nachrichten/bayern/abgestuerzt-hoehlenkletterer-aus-oberfranken-schwer-verletzt,RUrlVOe  https://www.otz.de/regionen/schleiz/drama-bei-illegaler-klettertour-im-oertelsbruch-was-genau-in-dem-gefaehrlichen-hoehlensystem-passierte-id226341561.html

Einsatzdetails

Alarmierung über:   Funkmeldeempfänger
Alarmierungszeit:   20:39:00
Ausfahrt:   20:43:00 Uhr
Einsatzende:   06:51:00 Uhr
Einsatzzeit:   0Tage, 10 Stunden, 12 Minuten
Einsatzstärke:   21 


Entfernungen der Einsatzstützpunkte zur Einsatzstelle


Einsatz-Bilder